| Name: | Guajillo |
| Wissenschaftlicher Name: | Capsicum annuum L., Mirasol-Typ |
| Kalorien (kcal): | 300 kcal |
| Fett: | 12 g |
| Kohlenhydrate: | 60 g |
| Eiweiß: | 11 g |
| Schärfegrad: | 2.500 - 5.000 Scoville |
| Saucen und Mole | Stiel und Samen entfernen, die Schote kurz trocken anrösten, 15 Minuten in heißem Wasser einweichen und anschließend pürieren. |
| Suppen und Eintöpfe | Eine eingeweichte und fein pürierte Schote während der letzten 20 bis 30 Minuten einrühren. |
| Marinaden | Das Guajillo-Püree mit Knoblauch, Essig und Gewürzen verrühren und Fleisch oder Gemüse damit bestreichen. |
| Reis und Couscous | Ein bis zwei Teelöffel passierte Guajillo-Paste unter die heiße Garflüssigkeit rühren. |
| Hülsenfrüchte | Eine angeröstete Schote mitkochen und vor dem Servieren entfernen oder zuvor zu einer glatten Paste verarbeiten. |
| Ofengemüse | Guajillo-Pulver mit Öl vermischen und das Gemüse unmittelbar vor dem Backen damit überziehen. |
| Dosierung | Mit einer halben getrockneten Schote oder einem halben Teelöffel Pulver für vier Portionen beginnen. |
| Reihenfolge und Vorsicht | Schoten nur kurz anrösten, da verbrannte Haut bitter wird; nach dem Pürieren abschmecken und erst danach weiter dosieren. |
Guajillo bezeichnet üblicherweise die getrocknete Frucht eines mexikanischen Mirasol-Chilityps aus der Art Capsicum annuum. Der Name Mirasol wird vor allem für die frische, häufig aufrecht an der Pflanze stehende Frucht verwendet, während die getrocknete Handelsware Guajillo heißt. Der Typ ist fest mit der mexikanischen Küche verbunden und wird besonders für Saucen, Marinaden, Suppen und traditionelle Mole-Zubereitungen genutzt. Botanisch handelt es sich nicht um eine eigenständige Art, sondern um einen Kultur- beziehungsweise Landrassentyp innerhalb von Capsicum annuum.
Für Guajillo werden reife, rote Mirasol-Früchte getrocknet. Die länglichen, meist etwa 8 bis 15 cm großen Schoten besitzen eine vergleichsweise dünne Fruchtwand und eine glatte bis leicht runzelige, nach dem Trocknen lederartige Oberfläche. Ihre Farbe reicht von tiefem Rot bis Rotbraun. Im Inneren liegen zahlreiche flache, cremefarbene Samen an der Plazenta. Ganze Schoten werden vor der Verarbeitung meist entstielt, entkernt, kurz angeröstet und anschließend eingeweicht. Dadurch lässt sich die Haut leichter zu einer gleichmäßigen Paste verarbeiten.
Das Aroma ist fruchtig und leicht süßlich, mit Anklängen an getrocknete Beeren, Tee und eine dezente erdige Note. Rauchgeschmack entsteht nicht grundsätzlich, da Guajillo anders als Chipotle normalerweise nicht geräuchert wird. Mit 2500 - 5000 Scoville liegt die Schärfe ungefähr im unteren Bereich einer Jalapeño und deutlich unterhalb von Serrano oder Cayenne. Sie setzt mäßig ein und bleibt meist im Hintergrund des Aromas. Guajillo eignet sich deshalb besonders zum Aufbau tiefroter, aromatischer Saucen, ohne andere Zutaten durch starke Schärfe zu überdecken.